Eurosail 2026 in Glücksburg

Es folgt ein Erfahrungsbericht zur Regatta Eurosail 2026, die in der Zeit vom 18. bis zum 21. Juni 2026 in Glücksburg auf der Flensburger Förde stattfand, aus der Sicht als Teilnehmer und zugleich als Gastgeber bzw. als Mitglied des Organisations-Teams.

Wissenswertes zur Eurosail

Die Eurosail hat sich in 25 Jahren als regelmäßiger Segelwettbewerb von europäischen Noten- und Zentralbanken im Sinne einer Zentralbank-Kooperation etabliert und wird jedes Mal in einem anderen Land ausgetragen.

Nachdem die letzte Eurosail-Regatta 2025 in den Niederlanden ausgerichtet wurde (siehe Bericht), hat die Segelsparte der Deutschen Bundesbank die Austragung der diesjährigen Eurosail 2026 übernommen.

Dem diesjährigen Ruf nach Glücksburg waren 18 Segelcrews aus England, Deutschland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Schweiz, Spanien und Ungarn gefolgt. Darunter waren auch Teams der Europäischen Zentralbank, der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und der Europäischen Investitionsbank.

Anreisetag

Als Organisations-Team sind wir 2 Tage vorher nach Glücksburg angereist und haben letzte Vorbereitungen und Absprachen vor Ort getroffen. Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer reiste am Vortag per Flugzeug an und wurden mit 2 Reisebussen am Hamburger Flughafen abgeholt. Alle Teilnehmer und Begleitpersonen wurden in insgesamt 16, direkt am Ufer der Flensburger Förde gelegenen Lodges untergebracht.

Unser wiederholter Partner für die Bereitstellung der Boote und den Regatta-Ablauf war die Hanseatische Yachtschule (HYS) des Deutschen Hochseesportverbands HANSA e.V. (DHH) in Glücksburg, die uns mit einem professionellen Team aus insgesamt 7 Segel-Enthusiasten und einem perfekten Regatta-Service unterstützt haben:

Bei einem anfänglichen Grillabend wurden alle Teilnehmer vom Leiter der Segelsparte begrüßt, die Skipper mit ihren Crews vorgestellt, die Flaggen zur Kennzeichnung der Boote ausgehändigt und die Verteilung der Boote ausgelost. Jedes Team konnte mit maximal 2 Crews starten, wobei die erste Crew ein Folkeboot und die zweite Crew ein Hanseatenkielboot (HKB) zugelost bekam. Gesegelt wurde diese Eurosail in 2 Klassen auf 11 Folkebooten und auf 7 HKB, die allesamt mit drei Personen besetzt wurden:

Erster Renntag

Das Skipper´s Meeting mit der Erläuterung der Regattaregeln fand in einem Schulungsraum beim DHH statt. Von dort aus wurden an den beiden Renntagen ausreichend Wasser und Snacks zur Mitnahme auf die Boote bereitgestellt und verteilt.

Anschließend wurden die zugelosten Boote klargemacht und eingesegelt. Geplant war der erste Rennstart um 10:30 Uhr. Allerdings spielte das Wetter nicht ganz mit, der Wind drehte fortwährend und flaute dermaßen ab, dass das DHH-Team am Vormittag keinen geeigneten Wind finden konnte.

Also sind wir in den Glücksburger Hafen zurückgesegelt und haben zunächst eine ausgiebige Mittagspause eingelegt. Grundsätzlich wurden die Boote jeden Morgen und jeden Mittag nach den Vorgaben der Rennleitung getauscht, um möglichst gleiche und faire Bedingungen zu gewährleisten, so auch an diesen Mittag. Am frühen Nachmittag frischte der Wind dann erfreulicherweise bis zu 3 Bft auf, so dass doch noch 3 Rennen auf einem Up-and-Down-Kurs gefahren werden konnten:

Nach den Rennen gab es für die durstigen Kehlen bei rund 30 Grad Temperatur ein gekühltes beer-at-the-peer vor der Bootshalle des DHH.

Zum Abschluss des ersten Renntags gab es eine Art „Hafenparty“, die nach einem Spanferkel-Essen mit Klönschnack oder Fahrten mit mitgebrachten SUP´s verschiedenste Geschmäcker bediente.

Zweiter Renntag

Am zweiten Renntag war der Wind besser als prognostiziert und steigerte sich bis zum Nachmittag auf 4 Bft. Bei den Starts und Läufen gab es natürlich vehemente Kämpfe um die vorderen Plätze:

In Summe konnten am zweiten Renntag 5 Rennen gefahren werden. Unsere Freunde vom DHH sorgten dabei für einen reibungslosen Ablauf und überwachten die Einhaltung der Regeln:

Ein Schweinswal bezeugte übrigens auch Segel-Interesse und hat die Boote über 2 – 3 Minuten längsseits auf einer Kreuz begleitet.

Abschluss

Für den Abschlussabend wurde ein großer Bus organisiert, der alle Teilnehmer nach Flensburg brachte. Dort wartete der gecharterte Salondampfer „Alexandra“ (Baujahr 1908) mit vorgeheiztem Kessel auf die Eurosailors und startete mit uns eine Ausfahrt in die Flensburger Förde:

An Bord gab es ein reichhaltiges Büffet und wer wollte, durfte im Kesselraum Kohle schippen, mit dem Maschinisten über die 2-zylindrige Dampfmaschine plaudern oder als Rudergänger zur Hand gehen.

Dann wurden die Siegerpokale und -medaillen durch die Leitung der Segelsparte zusammen mit dem Leiter des Sportclubs der Bundesbank ausgehändigt.

Dabei gab es 3 Wertungen für die Folkeboote, die HKB´s und eine Yardstick-Wertung über beide Klassen. Der Siegerpokal für die Folkeboote ging in die Schweiz, den Siegerpokal für die HKB wie auch in der Gesamtwertung erkämpften sich unsere niederländischen Segelfreunde. Aus deutscher Sicht freuen wir uns, dass mit dem 2. Platz der HKB-Klasse immerhin ein Pokal bei uns verbleibt.

Alle Eurosailors bekamen eine Teilnehmer-Medaille, freuten sich über 2 erfüllte Segeltage im Kreise unserer Segel-Community und konnten auf der Alexandra bei Live-Musik das Tanzbein schwingen.