Kajsa im Götakanal

Das umfangreiche Tief über Skandinavien hat uns im Juni einige Tage in Südschweden festgehalten.

Über Gislovsläge, Ystad und Simrishamn erreichten wir schließlich Hanö und danach die wunderschönen Bleckinge-Schären im Norden der Hanö-Bucht.

Zuvor jedoch erwarben wir beim Schiffshändler in Ystad einen genialen Bootshaken, der uns gerade bei den hier sehr häufig anzutreffenden Auslegerliegeplätze gute Dienste leistet.

Ist zwar sauteuer, lohnt sich aber auf alle Fälle.https://hookandmoor.com/

In Karlskrona verbrachten wir ebenfalls einige Tage, die uns aber nicht zu lang wurden. Die Stadt hat neben einigen interessanten Gebäuden und einem netten Ortskern auch ein tolles Schifffahrtsmuseum. Zudem eine gepflegte Marina mit kostenlosen Waschmaschinen, die wir ausgiebig nutzten.

Danach ging es nordwärts in den Kalmarsund.

Hier beginnt der ostschwedische Schärengarten, der sich bis nach Stockholm und weiter hinzieht.

Ein traumhaftes Revier, das jedoch wie immer in den Schären Aufmerksamkeit  und sorgfältige Navigation erfordert.

Über Arkösund gelangten wir schließlich nach Mem, dem östlichen Ende des Götakanals. Dieser führt zusammen mit dem Trollhättankanal quer durch Südschweden, bis er bei Göteborg  ins Kattegat führt. Dabei werden diverse kleinere und größere Seen wie der Roxen, der Boren sowie der Vättern und der Vänern durchquert. Der Vänern ist übrigens rund elfmal so groß wie der Bodensee.

Bis zum Vänern gibt es insgesamt 58 Schleusen sowie zahlreiche kleine Brücken zu passieren.  Der höchste Punkt des Kanals liegt knapp 92 Meter über dem Meeresspiegel.

Beim Aufwärtsschleusen wird die Achterleine senkrecht nach oben straff belegt und die Vorleine einige Meter vor dem Bug. Die über die Vorschiffsklampe nach achtern umgelenkte Vorleine wird dann auf eine Winsch geführt um bei steigendem Wasserstand das Schiff immer an der Schleusenwand zu halten. Zum Belegen der Vor- und Achterleine steigt ein Crewmitglied mit beiden Leinen vor der Schleuse an Land. Zum Teil gibt es Doppelschleusen mit zwei Kammern unmittelbar hintereinander und sogar Schleusentreppen wie in Berg. Dort geht es über insgesamt sieben Kammern knapp 20 Meter nach oben.

Unterwegs  begegnen einem immer wieder historische Passagierschiffe wie die Juno, die Diana oder die Wilhelm Thamm.

Diese benötigen in Kurven den äußeren Bereich des Fahrwassers, so dass gegebenenfalls Steuerbord an Steuerbord passiert wird. Die Passagierschiffe zeigen dies durch zwei kurze Signaltöne an (und freuen sich, wenn man das Signal bestätigt).

In einigen Tagen werden wir den höchsten Punkt erreicht haben und dann den „Abstieg“ zum Kattegat beginnen.

Viele Grüße von Bord der Kajsa

Sabine und Werner